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13.07.2011
Nach der Weinmeile ist vor der Weinmeile
Autor: Maria Wartenberg
Für den Saale-Weinmeile eV. geschrieben
Nun liegt die Weinmeile 2011 mehr als einen Monat zurück. Das ist ein guter Zeitpunkt um Rückschau zu halten, sich an den schönen Erinnerungen das Herz zu wärmen und sich die guten Ideen für das nächste Jahr zu merken.
Jedes mal ist es morgens noch ganz still, so unberührt sieht alles aus: die Sonne, der Frühnebel, die erwachende Natur, kein Mensch will glauben, dass binnen 3 Stunden in diesem Weinbergsparadies so viele Leute unterwegs sind, wie auf dem Frankfurter Hauptbahnhof Freitags Nachmittags.
Dieses Jahr sind es noch ein paar mehr, obwohl wir sagten, mehr geht gar nicht.
Wenn es dann nach 2 Tagen wieder ganz still ist, nur der Rasensprenger plätschert und versucht den tot geglaubten Rasen wieder zu beleben und wir, die wir hinter der Theke standen, sind noch eine Woche dauermüde, sammeln beharrlich die letzten Papierschnipsel vom Weinbergsweg, dann sagen wir mit einem Lächeln „Nach der Meile ist vor der Meile“.
Nach dem Aufräumen treffen sich die Winzer und tauschen Eindrücke, Erfahrungen und Geschichten aus. Ein wichtiges Anliegen des Saale-Weinmeile e.V. ist, dass die Weinmeile ihren Charakter behält. Wir müssen weiter authentisch, ursprünglich und natürlich bleiben. Diesen Charme dürfen wir nicht verlieren. Eigentlich ist es beachtlich, dass wir das soweit geschafft haben. Mit stoischer Beharrlichkeit werden Fettbemmchen geschmiert, die ganze Familie bäckt Zwiebelkuchen und Flammkuchen, der traditionelle „Spundekäs“ wird angesetzt, egal wie viel tausend Leute da draußen rumwimmeln, wir beleiben stur beim alten Hausrezept, denn Handgemacht ist immer besser als im Großmarkt gekauft. Vielleicht ist es gerade diese Hartleibigkeit und Ruhe, die wir an den Tag legen, die den Gästen gefällt?
Genauso entspannt, freundlich und geduldig sind unsere Weingäste. Eigentlich werden die Leute jedes Jahr netter und auch jünger, wie kommt das nur? Manchmal muß man eine Weile anstehen, bis man sein Gläschen Wein in der Hand hat, aber in der Schlange wird ein Schwätzchen gehalten und mancher hat so schon Freunde für den Rest der Wegstrecke kennen gelernt. Jeder weiß, die Leute hinter der Theke sind meist keine Profis in der Gastronomie. Manche sind bis zu 15 Stunden im Einsatz und fragen immer wieder geduldig „ Soll es 0,1l oder 0,2l vom Riesling sein?“. Der gegenseitige Respekt und die vielen netten Gespräche muntern die Kunden und die Leute im Ausschank in gleicher Weise auf.
Würdigen möchten wir auch die Kooperationsbereitschaft der Nachbarn und Anwohner die die zwei „wilden Tage“ als Zuschauer in der ersten Reihe mit verfolgen, häufig sogar Unterstützung leisen, z.B. Strom oder Wasser zur Verfügung stellen, Kuchen backen, die Vorgärten schmuck zurecht machen oder auch erste Hilfe bei kleinen Blessuren an der Wegstrecke leisten. Sie stehen nicht im Rampenlicht, aber ohne das gute Einvernehmen mit den Anwohnern würde unsere Weinmeile nicht funktionieren.
Wir möchten den vielen lieben Gästen danken, dass sie so ganz und gar von innen heraus vergnügt waren und nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen waren, weder seelisch noch körperlich! Eine solche Leichtigkeit und freundliche Ausgelassenheit ist beispielhaft und nur hier auf der Weinmeile zu finden!
Sehr entspannend war, dass die meisten dem Aufruf gefolgt sind, die Fahrräder zu Hause zu lassen. Davon haben die Fußgänger auf der Strecke enorm profitiert. Der Ausbau des Busverkehrs war unbedingt hilfreich und die Erweiterung der Parkmöglichkeiten hat den Komfort bei der An- und Abreise verbessert. Auch gab es allgemein mehr Sitzplätze. Positiv ist allen aufgefallen, dass weniger Müll an der Wegstrecke lag und/oder dieser schneller aufgeräumt wurde. Vorausschauend waren Zelte aufgebaut worden, damit die Gäste vor Regenschauern Schutz fanden.
Die Umsicht und gegenseitige Rücksichtnahme der Gäste war beispielhaft. Es ist wie eine große Familie, die auf Wandertag geht, sagte einer der älteren Gäste. Man ist nirgends allein, kommt schnell ins Gespräch, wird beraten, wo man am schönsten sitzt und wo die beste Musik spielt. Für jeden Gast ist ein Ort zum Wohlfühlen dabei. Wenn das Ambiente den Gästen zusagt und die Stimmung gut ist, dann wird sich diese glückliche Wechselbeziehung zwischen Gastgebern und Gästen fruchtbar auf die gesamte Ausstrahlung der Saale-Weinmeile auswirken.
Wir hoffen, dass die Gäste diesen schönen harmonischen Eindruck von der Weinmeile 2011 weiter in die Welt hinaus tragen. Denn das ist unser Geheimnis: „Nette Leute bringen meist wieder nette Leute mit.“ So soll es bleiben, damit wir das schönste Weinfest von Deutschland werden.
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